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Warum der Eiffelturm im Sommer bis zu 15 cm wächst

Der Eiffelturm in Paris an einem heißen Sommertag mit Sonnenlicht und leichtem Hitzeflimmern auf der Eisenkonstruktion

Der Eiffelturm ist im Sommer messbar höher als im Winter – je nach Hitze zwischen 12 und 15 Zentimeter. Der Grund ist die Wärmeausdehnung seines Eisens: Wird das Metall heiß, rücken seine Atome weiter auseinander, und die 300 Meter hohe Konstruktion streckt sich nach oben. Sinken die Temperaturen, schrumpft sie wieder auf ihr Wintermaß zusammen.

Stimmt das wirklich?

Ja, der Effekt ist gut dokumentiert. Vergleicht man die Höhe an einem kalten Wintertag mit der an einem der heißesten Sommertage, legt der Turm rund 12 bis 15 Zentimeter zu. Der Architektur-Professor Federico de Isidro Gordejuela hat den Wert nachgerechnet, und Wissenschaftsmedien wie The Conversation bestätigen die Größenordnung.

In Paris reicht die Temperaturspanne übers Jahr von unter −20 °C im strengen Winter bis nahe 40 °C im Hochsommer – also gut 100 Grad Unterschied, die auf 300 Meter Eisen wirken.

Warum dehnt sich der Eiffelturm aus?

Dahinter steckt eine der grundlegendsten Eigenschaften fester Stoffe: Fast alle dehnen sich bei Wärme aus und ziehen sich bei Kälte zusammen. Steigt die Temperatur, schwingen die Atome im Metallgitter heftiger und brauchen mehr Platz – der mittlere Abstand zwischen ihnen wächst. Bei einem 300 Meter hohen Bauwerk summieren sich diese winzigen Abstände zu sichtbaren Zentimetern.

Das Schmiedeeisen (Puddeleisen) des Turms hat einen Wärmeausdehnungskoeffizienten von etwa 12 × 10⁻⁶ pro Grad Celsius. Konkret heißt das: Ein ein Meter langer Eisenstab wird pro Grad Erwärmung um rund 12 Mikrometer länger. Rechnet man das auf 300 Meter und 100 Grad Temperaturunterschied hoch, kommt man rechnerisch auf bis zu 36 Zentimeter. Dass es in der Praxis „nur“ 12 bis 15 sind, liegt daran, dass nie das ganze Bauwerk gleichzeitig die volle Temperaturspanne erreicht.

Noch verrückter: Der Turm neigt sich von der Sonne weg

Die Ausdehnung passiert nicht gleichmäßig. Die Sonne heizt immer nur eine Seite des Turms auf – die zugewandte Eisenseite dehnt sich stärker aus als die schattige. Dadurch krümmt sich die Spitze um einen Bruchteil eines Grades von der Sonne weg. Wandert die Sonne über den Himmel, neigt sich der Turm langsam mit, und nach Sonnenuntergang richtet er sich wieder gerade auf.

Zur Einordnung: Gustave Eiffel ließ das Wahrzeichen 1889 zur Weltausstellung errichten. Es wiegt rund 7.300 Tonnen und besteht aus über 18.000 einzelnen Eisenteilen – ein Gitterwerk, das genug Spielraum hat, um diese Bewegungen klaglos mitzumachen. Eiffel hatte die Wärmeausdehnung bei seiner Konstruktion sogar von vornherein einkalkuliert.

Quellen

Häufige Fragen

Wie viel wächst der Eiffelturm im Sommer?

Zwischen einem kalten Wintertag und einem heißen Sommertag legt der Turm etwa 12 bis 15 Zentimeter an Höhe zu.

Warum wird der Eiffelturm im Sommer höher?

Durch Wärmeausdehnung: Bei Hitze schwingen die Atome im Eisen stärker und rücken auseinander, sodass sich die 300 Meter hohe Konstruktion nach oben streckt.

Schrumpft der Eiffelturm im Winter wieder?

Ja. Kühlt das Eisen ab, ziehen sich die Atome zusammen und der Turm kehrt auf seine ursprüngliche Höhe zurück.

Neigt sich der Eiffelturm wirklich zur Seite?

Ja, um einen Bruchteil eines Grades. Die Sonne erwärmt nur eine Seite, die sich stärker ausdehnt, sodass sich die Spitze leicht von der Sonne wegneigt.

Aus welchem Material besteht der Eiffelturm?

Aus Schmiedeeisen (Puddeleisen) mit einem Wärmeausdehnungskoeffizienten von etwa 12 × 10⁻⁶ pro Grad Celsius – rund 7.300 Tonnen aus über 18.000 Einzelteilen.

Über den Autor
Behla

Hinter derBehla steckt Marcel: neugieriger Faktensammler und Familienvater. Ich sammle Wahrheiten, die wie erfunden klingen — und prüfe jede an ihrer Quelle, bevor sie hier landet.

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