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Wie riecht der Weltraum? Astronauten berichten von verbranntem Metall

Astronaut im weißen Raumanzug kehrt nach einem Außeneinsatz durch die Luftschleuse in die Internationale Raumstation zurück

Der Weltraum riecht — obwohl dort niemand atmen kann. Astronauten, die nach einem Außeneinsatz zurück in ihre Raumstation klettern, berichten seit Jahrzehnten fast wortgleich vom selben Duft: heißes Metall, verbranntes Schießpulver, angebratenes Steak. Wie riecht der Weltraum also wirklich? Wahrnehmen lässt er sich nur an den Anzügen und Werkzeugen, die eben noch im Vakuum geschwebt haben.

Stimmt das wirklich?

Das Erstaunliche ist die Einigkeit der Beschreibungen. Der kanadische Astronaut Chris Hadfield sagte, nach einem Außeneinsatz habe es in der Schleuse nach „Schießpulver, verbranntem Steak und Schwefel“ gerochen. Don Pettit nannte den Geruch „angenehm süßlich-metallisch“ und fühlte sich an das Schweißen mit dem Lichtbogenbrenner in seiner Studienzeit erinnert.

Andere Raumfahrer greifen zu ähnlichen Bildern: Thomas Jones sprach von angebratenem Steak, Peggy Whitson von einem „verbrannt-metallischen“ Beigeschmack, und der deutsche ESA-Astronaut Alexander Gerst beschrieb es als Mischung „zwischen Walnüssen und Bremsbelägen“. Kein einzelner Ausreißer also, sondern ein wiederkehrendes Muster aus vielen unabhängigen Berichten.

Warum ist das so?

Im Vakuum selbst kann man nichts riechen — es fehlt schlicht die Luft, die Duftmoleküle zur Nase trägt. Der Geruch entsteht erst, wenn die Luftschleuse nach einem Außeneinsatz wieder unter Druck gesetzt wird und die Astronauten den Helm abnehmen. Dann reagiert, was draußen am Anzug hängen geblieben ist, mit der Kabinenluft.

Zwei Mechanismen gelten als Hauptverdächtige. Erstens Ozon: Energiereiche UV-Strahlung spaltet Sauerstoffmoleküle, einzelne Atome lagern sich an den Anzugstoffen an und verbinden sich beim Zurückkehren wieder zu Ozon (O₃), das metallisch-stechend riecht. Zweitens polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, kurz PAK. Diese Rußmoleküle entstehen unter anderem in sterbenden Sternen und schweben durch das All — auf der Erde riechen wir sie in Autoabgasen, verbranntem Toast oder Grillrauch. Genau das erklärt den Eindruck von angebratenem Fleisch und Schießpulver.

Noch verrückter: So riechen Mond, Kometen und die Milchstraße

Der Weltraum ist kein Einheitsduft. Als die Apollo-17-Astronauten 1972 mit ihren staubigen Anzügen in die Mondfähre stiegen, roch der Mondstaub im Innenraum überraschend stark nach verschossenem Schießpulver — obwohl er chemisch nichts mit Schwarzpulver zu tun hat.

Noch drastischer wurde es beim Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko: Die europäische Raumsonde Rosetta maß 2014 in seiner Gashülle eine Mischung aus Schwefelwasserstoff (faule Eier), Blausäure (Bittermandel), Ammoniak (Urin) und Formaldehyd — ein wahrer Gestank. Ganz anders das Zentrum unserer Milchstraße: In der Gaswolke Sagittarius B2 wiesen Astronomen Ethylformiat nach, jenen Stoff, der Himbeeren ihr Aroma gibt und zugleich nach Rum riecht.

Der Geruch fasziniert übrigens auch die NASA selbst: Sie ließ den All-Duft im Labor nachbauen, damit sich Astronauten im Training daran gewöhnen können. Aus dem Projekt wurde später sogar ein Parfüm namens „Eau de Space“.

Quellen

Häufige Fragen

Wie riecht der Weltraum wirklich?

Astronauten beschreiben den Geruch übereinstimmend als heißes Metall, verbranntes Schießpulver und angebratenes Steak. Wahrnehmbar ist er an Anzügen und Werkzeugen, die kurz im Vakuum waren.

Kann man im Weltraum überhaupt etwas riechen?

Im Vakuum selbst nicht, denn dort fehlt die Luft. Der Geruch haftet an Raumanzügen und Ausrüstung und wird erst in der Luftschleuse freigesetzt, sobald wieder Druck herrscht.

Woher kommt der metallische Geruch des Alls?

Vermutlich von Ozon, das durch UV-Strahlung an den Anzügen entsteht, und von polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK), die auch verbranntem Toast und Abgasen ihren Geruch geben.

Wie riecht der Mond?

Die Apollo-17-Astronauten berichteten 1972, dass der Mondstaub in ihrer Fähre überraschend stark nach verschossenem Schießpulver roch.

Wonach riecht ein Komet?

Die Raumsonde Rosetta maß am Kometen 67P eine Mischung aus faulen Eiern, Bittermandel, Ammoniak und Formaldehyd – also einen ausgesprochenen Gestank.

Über den Autor
Behla

Hinter derBehla steckt Marcel: neugieriger Faktensammler und Familienvater. Ich sammle Wahrheiten, die wie erfunden klingen — und prüfe jede an ihrer Quelle, bevor sie hier landet.

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